KammerOperSchweiz

KammerOperSchweiz
Ein kostbar-kulturelles Erbe wird wieder belebt.

Bild im klassischen Stil zur Auflockerung der SeiteDas Musiktheater, welches die Komponisten zu Beginn des 17. Jahrhunderts komponierten, ist fast ausschliesslich am Hof und den Residenzen des damaligen Fürsten aufgeführt worden, im Allgemeinen an Orten, an denen sich die Macht absolutistischer Herrscher manifestierte. Alles war dazu bestimmt, die Freigebigkeit des Souveräns und dessen fest gefügte Macht zu verherrlichen. Die enormen finanziellen Ausgaben bezweckten keinen ökonomischen Gewinn.

Im Verlaufe der ersten vier Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts griffen verschiedene Höfe das Operntheater als eine Form der repräsentativen und offiziellen Unterhaltung auf. Zahlreiche Komponisten wie Antonio Vivaldi, Georg Philipp Telemann, Joseph Haydn – und sogar Wolfgang Amadeus Mozart –, schrieben kleine Opern, die so genannten Kammeropern, bei welchen es ein Kammerorchester brauchte und nur einige Sänger vorgeschrieben sind. Auf die Mitwirkung eines Chores wurde aus Platzgründen verzichtet. Alles deutet darauf hin, dass es die Absicht war, die Werke im kleinen Rahmen zur Aufführung zu bringen. Die szenischen Werke, die von der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts an geschrieben wurden, sind grösser angelegt und haben ihren Weg bis auf die grossen Bühnen der Welt gefunden und beibehalten. Wir sind uns trotzdem bewusst, dass die kleinen Kammeropern ein kulturell bedeutender Reichtum sind und aus diesem Grunde aus der Vergessenheit wieder belebt werden sollen.

Die KammerOperSchweiz arbeitet mit ähnlichen Mitteln wie die Komponisten der damaligen Zeit, die in den meisten Fällen ihre eigenen Werke, leitend zur Aufführung brachten. Das Orchester wird minimal besetzt und die Bühne mit einfachen Requisiten und Stellwänden ausgestattet. Das Orchester besteht aus erfahrenen Berufsmusikern, die mit feuerigem Engagement für ein tolles Opernerlebnis sorgen. Die Sängerinnen und Sänger sind junge, begabte Künstlerinnen und Künstler, die mit ihrem schauspielerischen sowie stimmlichen Können den Bühnenwerken gerecht werden.

 
Warum gibt es neben den grossen Operhäuser auch eine kleine Kammeroper?

Bei den Auftritten reduziert die KammerOperSchweiz das Opernerlebnis auf das Wesentliche. Die Singstimmen, die instrumentale Begleitung sowie die nur angedeutete Szenerie sind den Werken, die für kleine Räumlichkeiten geschrieben wurden, gerecht. Durch die intime Atmosphäre schafft die KammerOperSchweiz eine besondere Nähe zum Publikum, lässt das Spiel und den Charme in den Vordergrund treten. Was es bedeutet, hautnah an einer Aufführung teilzunehmen und die Künstler aus nächster Nähe beobachten zu können, ist ein unvergessliches und wertvolles Erlebnis, das im grossen Opernhaus nicht, oder nur im beschränkten Rahmen möglich ist.

Zudem bieten wir die Gelegenheit, im Anschluss der Vorstellungen nach eigenem Bedürfnis mit den Ausführenden ein Gespräch zu führen. Es kann über das Werk, den Komponisten, über Orchesterbesetzung sowie Bühnenbild gesprochen und diskutiert werden. Ein einmaliges Erlebnis!

Auch ein Opernabend mit der KammerOperSchweiz in einer Kirche oder in einem Schlosshof im Freien ist ein Erlebnis der besonderen Art.